Wie das Gehirn erzählt

Unser Gehirn ist ein faszinierendes Gebilde. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen, zu interpretieren und mit ihr zu interagieren. Dabei arbeitet unser Gehirn im Verborgenen, und wir bekommen nicht immer mit, was das Gehirn mit der Information anstellt, die wir über unsere Sinnesorgane, Auge, Ohr und Haut wahrnehmen.

Man schätzt, dass das menschliche Gehirn aus ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen besteht. Aufgrund der immensen Anzahl von möglichen Verbindungen sind wir in der Lage, riesige Massen an Informationen abzuspeichern. Man kann sich fragen, ob und wie man herausfinden kann, wie das Gehirn arbeitet und wie man die Aktivität des Gehirns messen kann. Eine Technik, die uns dafür zur Verfügung steht, ist die Elektroenzephalographie, kurz EEG genannt. Mit dieser Technik werden die winzigen Stromimpulse, welche Nervenzellen bei ihrer Aktivität auslösen, an der Kopfoberfläche mittels vieler kleiner Sensoren gemessen. Diese Technik werden wir im Rahmen des Kurses kennenlernen und aufzeigen, welche Signale unser Gehirn in verschiedenen Situationen von sich gibt und was sie bedeuten.

Wann?

Samstag 11. November 2017, 10.00 bis 12.00 Uhr

Wer?

Kinder der 5. und 6. Primarklasse
16 Plätze stehen zur Verfügung.

Wo?

Institut für Psychologie der UZH, Standort Oerlikon

 

Programmänderungen vorbehalten

Moritz Daum: Mehr über mich ...

Geboren wurde ich 1973 in Baden im Kanton Aargau. Nach Schulbesuchen in Brugg und Aarau wollte ich zuerst Biologie studieren, habe aber bald gemerkt, dass mich am allermeisten das Denken, Wahrnehmen und Handeln des Menschen interessiert. Das wird durch die Psychologie abgedeckt, was ich dann auch an der Universität Zürich studiert habe und wo ich auch meine Doktorarbeit geschrieben habe.
Nach der Doktorarbeit bin ich für zwei Jahre nach München und danach für sechs Jahre nach Leipzig gegangen, um dort am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (das ist ein Institut, dass sich mit Prozessen der Wahrnehmung beschäftigt) zu untersuchen, wie sich bei ganz kleinen Kindern das Denken entwickelt. Seit 2012 bin ich wieder zurück in der Schweiz und forsche und lehre an der Universität Zürich.

Gemeinsam mit meinem Forschungsteam beschäftige ich mich mit der Entwicklung von kleinen Kindern. Denn Kinder lernen jeden Tag Neues und versetzen uns Erwachsene immer wieder in Erstaunen. Genau dieses Staunen über die kindliche Entwicklung haben wir uns zum Beruf gemacht.

Uns interessiert vor allem, was alles die Entwicklung des Verstehens und Wissens von ganz kleinen Kindern beeinflusst. Deshalb untersuchen wir, wie Kinder lernen ihre Umwelt zu verstehen, zum Beispiel wie sie lernen zu verstehen, was andere Menschen wann denken, sagen und tun, und wie dieses Verstehen mit ihrem eigenen Denken, Tun und Sprechen zusammenhängt. In gegenseitigem Austausch mit anderen lernen wir nämlich selbst zu handeln und zu sprechen. Und das ist die Grundlage dafür, auf Situationen und andere Menschen zu reagieren und sich mit ihnen auszutauschen.