Mehr über …

Hugo Keller, Professor für Physik der kondensierten Materie an der UZH

Technik und Naturwissenschaften haben mich schon als Primarschüler fasziniert. Zuerst habe ich mit meiner elektrischen Eisenbahn experimentiert, später habe ich Radioempfänger und Modellflugzeuge gebastelt. Meine grosse Begeisterung für die Physik hat ein Buch von Walt Disney mit dem Titel «Mein Freund das Atom» in mir geweckt. Dieses Buch eröffnete mir den Zugang in eine völlig neue und unbekannte Welt – die Welt der Atome, der kleinsten Bausteine des Universums. Das hat mich sehr beeindruckt. Als ich dreizehn Jahre alt war, wollte ich Physiker werden, um diese faszinierende Welt selbst zu erforschen. Im Keller unseres Hauses habe ich zusammen mit meinem Freund ein Labor eingerichtet und darin allerlei physikalische Experimente ausprobiert. Mit einem selbst gebastelten Funkengenerator ist es uns beispielsweise gelungen, elektrische Spannungen bis zu 30'000 Volt zu erzeugen.

An der Sekundarschule hatte ich das Glück, einen Physiklehrer zu haben, der meine Begeisterung für die Physik durch verblüffende Experimente noch weiter steigerte – jetzt war es klar, ich wollte unbedingt Physiker werden! Im Gymnasium habe ich mein Interesse auch auf die Mathematik und Philosophie ausgedehnt, aber die Physik blieb meine „grosse Liebe“, obschon ich dann einen eher langweiligen Physiklehrer hatte.

Nach meinem Physikstudium und Doktorat hier in Zürich habe ich noch einige Zeit an einer Universität in Amerika geforscht, bevor ich eine Stelle als Hochschullehrer und Forscher an der Universität Zürich angetreten habe.

Mich interessieren viele Gebiete der modernen Physik. Seit rund zwanzig Jahren erforsche ich intensiv die Eigenschaften von so genannten Supraleitern. Das sind faszinierende neuartige Materialien, die den elektrischen Strom ohne Verlust transportieren. Wir Physiker wollen deshalb auch herausfinden, wie ein Supraleiter genau funktioniert.