Metall

Wie macht(e) man Metall? Urgeschichte unter dem Mikroskop

Leitung: Prof. Dr. Philippe Della Casa, UZH, Ur- und Frühgeschichte

Im Workshop wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie man aus Erzgestein Metall herstellt bzw. wie dies in der Urgeschichte gemacht wurde, als die heutigen technischen Möglichkeiten noch nicht da waren.

Dieser Frage werden wir uns mit Originalmaterial und mit Bildern und Filmen nähern. Wir interessieren uns dabei vor allem für Kupfer und Eisen, die zwei wichtigsten Metalle der Urgeschichte – weshalb man ja auch von der Bronzezeit und der Eisenzeit spricht.

In einem zweiten Teil des Workshops möchte ich zeigen, wie man unter dem Mikroskop die verschiedenen Arbeitsschritte erkennen kann, wie man also vom Kleinen auf das Grosse schliessen kann. Dazu schauen wir uns Erze (das metallhaltige Gestein), Schlacke (das Abfallprodukt der Metallgewinnung) und schliesslich reines Metall an.

In einem Ausblick werden wir uns anschauen, was alles in der Urgeschichte aus Metall hergestellt wurde und welche Auswirkungen die Metallproduktion auf die Umwelt hatte.

Wann?

Samstag, 25. März 2017 | 10.00 bis 12.00 Uhr

Wer?

Schülerinnen und Schüler der 5. & 6. Primarklasse.
Es stehen 12 Plätze zur Verfügung.

Wo?

Paläontologisches Institut, UZH
Detaillierte Raumangabe folgt bei Zulassung zur Veranstaltung.

Programmänderungen vorbehalten

Philippe Della Casa: Mehr über mich ...

Della Casa

Während Andere ihre Ferien am Strand verbrachten, wollte ich schon als Kind Ausgrabungen, Ruinen, Burgen und Schlösser aufsuchen. Meinen Eltern gefiel das offenbar: Sie haben mich oft begleitet und später sogar eigens Reisen zu antiken Stätten organisiert. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass ich Archäologe werden würde: Mich interessierten auch Sterne, Berge und Segelschiffe. Mit der Wahl für Latein und Griechisch im Gymnasium wurde dann so einiges klar.

Mein Studium der Archäologie durchlief ich in Zürich und Berlin, später konnte ich auf einer Ausgrabung in Montenegro (im ehemaligen Jugoslawien) arbeiten und darüber meine Doktorarbeit schreiben. Immer mehr begannen mich Fragen nach dem Leben der Menschen in der Urgeschichte zu interessieren: Wie und wovon sie lebten, welche Rohstoffe sie verwendeten, und wie die Umwelt auf sie einwirkte. Fragen, die uns auch noch heute beschäftigen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Klima und Naturkatastrophen.

Daneben befasse ich mich aber auch intensiv mit der Gesellschaft und mit den Fragen, wie die Menschen ihr Zusammenleben gestalteten, wie sie die Welt sahen, und welche Konflikte sie austrugen. Ich erfahre so, dass Archäologie nicht einfach nur mit Vergangenheit zu tun hat, sondern auch hilft, sehr vieles zu erklären und zu verstehen, was wir heute erleben.

Seit vielen Jahren bin ich Professor an der Universität Zürich. Ich forsche unter anderem in den Alpen, am Mittelmeer und im Himalaja, und ich unterrichte, um mit den Studentinnen und Studenten meine Begeisterung für die Archäologie zu teilen.