Mikroskop

Zecken unter dem Mikroskop

Leitung: Privatdozentin Dr. Cornelia Silaghi und Stefan Müller, UZH, Veterinärparasitologie

Zecken gehören zu den Spinnentieren und saugen Blut, nachdem sie tief in die Haut gestochen haben. Gefürchtet sind sie jedoch, weil sie einige gefährliche Krankheitserreger mit ihrem Speichel auf ihre Opfer übertragen können.

Wie überleben Zecken draussen und wie finden sie ihre Opfer? Sie sind Hungerkünstlerinnen und können im feuchten Waldboden über ein Jahr hungern und dort auch problemlos den Winter überstehen. Ihre wichtigste Vorgehensweise ist die Geduld. Sie warten auf ihre Opfer, tage-, ja wochenlang auf einem Grashalm oder im Dickicht. Ein nahendes Reh oder eben einen Menschen nehmen sie durch die leichten Erschütterungen des Bodens wahr, auch Schweiss, Körperwärme und die Atemluft ihrer Opfer regt sie an. Streift das Opfer dann vorbei, klammern sie sich mit ihren kleinen Krallen fest und suchen danach eine geeignete und sichere Stichstelle am Körper.

Im Kurs werden wir das Verhalten der Zecken in einem Experiment beobachten, sie messen und mit dem Mikroskop die Wahrnehmungsorgane und Stichorgane der Zecken untersuchen. Gefährlich wird es jedoch für euch nicht – alle unsere Untersuchungen machen wir in geschlossenen Gefässen!!

Wann?

Samstag, 6. Mai 2017 | 10.00 bis 12.00 Uhr

Wer?

Schülerinnen und Schüler der  4. & 5. Primarklasse
Es stehen 20 Plätze zur Verfügung.

Wo?

Diagnostikzentrum der Vetsuisse Fakultät, UZH, Standort Irchel

Detaillierte Raumangaben folgen mit der Zulassung zur Veranstaltung.

Programmänderungen vorbehalten

Cornelia Silaghi: Mehr über mich ...

C. Silaghi

Geboren wurde ich 1975 in München, Deutschland, und wuchs im Allgäu im Süden von Bayern auf.  Ein schöner Flecken Erde mit viel Wäldern und Wiesen. Seit meiner frühesten Kindheit hatte ich immer Haustiere um mich und war auch ständig draussen unterwegs. Damals konnte ich mich besonders für Käfer und Regenwürmer begeistern. Meine Eltern hatten mir schon im Alter von sieben Jahren eine Karriere als Forscherin in der Natur vorhergesagt!

Für mich stand bald fest einen Beruf zu ergreifen, der mit Tieren zu tun hat. Deshalb habe ich dann in Gieβen in Deutschland und Nantes in Frankreich Tiermedizin studiert. Dort interessierten mich besonders die infektionsmedizinischen Fächer und bald merkte ich, dass mich die Forschung doch – wie vorhergesagt – am meisten fasziniert.

Für meine Doktorarbeit zog es mich nach München in die Parasitologie (dort untersucht man die Lebensbedingungen und Wechselwirkungen  sogenannter Schmarotzer und ihrer Wirte). Meine Arbeit bestand darin herauszufinden,  wie hoch die Verbreitung von Zecken und bestimmten Krankheitserregern in Zecken in Stadtgebieten ist und was diese Verbreitung beeinflusst. Da mich Zecken als äusserst widerstands- und anpassungsfähige Geschöpfe sehr begeisterten (das sind richtige Überlebenskünstler!), blieb ich viele Jahre in München in der Zeckenforschung. Bis heute faszinieren mich Zecken und andere krabbelnde oder fliegende Arthropoden (dazu gehören die Spinnentiere und die Insekten) in ihrer Rolle als Krankheitsüberträger besonders in Städten und Parkanlagen.

Seit 2014 forsche und lehre ich nun an der Universität Zürich. Hier untersuche ich im Labor die Entwicklung von Herzwürmern, die durch Mücken übertragen werden, und ob sich diese im Süden bei Hunden vorkommenden Parasiten auch in der Ostschweiz ansiedeln könnten.

Abgesehen von meinem Beruf liebe ich die Kunst – ich male, zeichne und fertige Skulpturen aus Ton an. Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Reisen. So oft ich kann verbringe ich meine Zeit in fernen Ländern und fremden Kulturen. Und wenn das gerade nicht geht, bin ich ebenso gerne zuhause mit meiner  Familie, meinen  Freunden und meinen beiden Katzen zusammen.