Mehr über Silvia Maier

Silvia Maier ist Doktorandin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der UZH

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Könnt Ihr Euch manchmal auch nur schwer für etwas entscheiden? Manche Leute sagen dann, man soll sich einfach auf sein Bauchgefühl verlassen – das wüsste doch, was man will. Was aber macht man, wenn das Bauchgefühl sagt, man soll das eine tun, und die Vernunft sagt etwas anderes?

Mich hat schon früh in meiner Schulzeit interessiert, wie das Denken und Entscheiden bei Menschen funktioniert. Leider gab es damals in unserer Schule kein Fach Psychologie. Deswegen habe ich erst einmal die benachbarten Fächer abgegrast: In Philosophie und Wirtschaft konnte man auch ein wenig darüber nachgrübeln, wie man zu guten Entscheidungen kommen kann, und so habe ich nach dem Abitur (in der Schweiz ist das die Matura) zuerst diese zwei Fächer in Bayreuth studiert. 

Allerdings handeln Menschen trotz bester Absichten nicht immer klug. Warum das so ist, hat mich in meinem Bachelorstudium immer interessiert, aber die Theorien, die ich kennengelernt habe, konnten darüber nicht viel sagen. Deswegen habe ich für mein Masterstudium in Wien auf Kognitionswissenschaften umgesattelt. Das ist ein Fach, in welchem man mit Hilfe verschiedenster Mittel aus unterschiedlichen Fachdisziplinen untersucht, wie das Denken generell funktioniert, sei es bei Menschen, Tieren oder intelligenten Maschinen. Nun kann ich mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-tomographie (das ist eine grosse Maschine, die Bilder vom Inneren von Menschen, Tieren oder Sachen schiesst) dem menschlichen Gehirn beim Denken zusehen. Mit Hilfe der funktionellen Hirnbildgebung und anderer neurowissenschaftlicher Techniken untersuche ich zur Zeit für meine Doktorarbeit, wie unterschiedliche Gefühle und Stress sich auf die Fähigkeiten des Menschen auswirken, kluge und weitreichende Entscheidungen zu treffen.