Mehr über Manuela Kalbermatten

lic.phil. Manuela Kalbermatten ist Assistentin am Institut für Populäre Kulturen

Mein Lieblingsbuch als Kind war „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende – das habe ich elf Mal gelesen. Dann kam „Die rote Zora“ von Kurt Held. Von dieser rothaarigen Anführerin einer Kinderbande, der ersten Abenteuerheldin, der ich begegnete, war ich so begeistert, dass ich den dicken Wälzer sogar auf eine Bergtour im Kanton Uri, meinem Heimatkanton, mitschleppte.
Beide Bücher haben in mir den Wunsch geweckt, später selber Schriftstellerin zu werden. Als Teenager habe ich viele Geschichten verfasst – zuerst von Hand, dann auf der Schreibmaschine. Später habe ich begonnen, bei der Zeitung zu arbeiten und schliesslich habe ich entdeckt, dass es mir am allermeisten Spass macht, Bücher zu erforschen – und darüber zu schreiben. Also habe ich Germanistik, die Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur, und Europäische Volksliteratur studiert.

Heute erforsche ich am Institut für Populäre Kulturen hauptsächlich Kinderbücher, und ich berichte auch in einer Fachzeitschrift namens „Buch&Maus“ über sie. Denn Kinderbücher und -filme, vor allem die besonders beliebten, erzählen uns eine ganze Menge darüber, wie wir Menschen einer bestimmten Zeit und einer bestimmten Gemeinschaft über die Welt denken: Was wir von Kindern halten, zum Beispiel. Oder wie wir glauben, dass Mädchen und Jungen sich verhalten sollten. Was wir richtig finden oder falsch, welche Vorurteile wir haben und welche Sorgen wir uns machen, wenn wir an die Zukunft denken. Und nicht zu vergessen: Was wir spannend finden. All das versuche ich in meiner Forschung herauszufinden. So kann ich forschen, schreiben und gleichzeitig meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Lesen!