Zecken unter dem Mikroskop

Dozent: Peter Deplazes und Stefan Müller

Zecken gehören zu den Spinnentieren und saugen Blut, nachdem sie tief in die Haut gestochen haben. Gefürchtet sind sie jedoch, weil sie einige gefährliche Krankheitserreger mit ihrem Speichel auf ihre Opfer übertragen können.

Wie überleben Zecken draussen und wie finden sie ihre Opfer? Sie sind Hungerkünstlerinnen und können im feuchten Waldboden über ein Jahr hungern und dort auch problemlos den Winter überstehen. Ihre wichtigste Vorgehensweise ist die Geduld. Sie warten auf ihre Opfer, tage-, ja wochenlang auf einem Grashalm oder im Dickicht. Ein nahendes Reh oder eben einen Menschen nehmen sie durch die leichten Erschütterungen des Bodens wahr, auch Schweiss, Körperwärme und die Atemluft ihrer Opfer regt sie an. Streift das Opfer dann vorbei, klammern sie sich mit ihren kleinen Krallen fest und suchen danach eine geeignete und sichere Stichstelle am Körper.

Im Kurs werden wir das Verhalten der Zecken in einem Experiment beobachten, sie messen und mit dem Mikroskop die Wahrnehmungsorgane und Stichorgane der Zecken untersuchen. Gefährlich wird es jedoch für euch nicht – alle unsere Untersuchungen machen wir in geschlossenen Gefässen!!

Wann?

Samstag, 14. April 2018  |  10.00 bis 12.00 Uhr

Wer?

Kinder der 4. und 5. Klasse
20 Plätze stehen zur Verfügung.

Wo?

Diagnostikzentrum der Vetsuisse Fakultät der UZH, Standort Irchel

Detaillierte Informationen folgen bei Zulassung zur Veranstaltung.

 

Programmänderungen vorbehalten

Peter Deplazes: Mehr über mich ...

Als Primarschüler in einem kleinen rätoromanischen Dorf hatte ich viel Zeit für meine Hobbys: Mein Zimmer war stets mit Knochen und Federn überfüllt. In meinen selbst gebastelten Aquarien und Terrarien tummelten sich Schnecken und Insektenlarven und lenkten mich von meinen Hausaufgaben ab. Später, nach einer Lehre als Tiefbauzeichner und einer schönen Zeit als Kinderskilehrer, holte ich das Gymnasium nach, denn ich hatte beschlossen, in meiner Heimat Landtierarzt zu werden. Während des Studiums arbeitete ich als Tierwärter am Institut für Parasitologie. Hier betreute ich Schafe und Ziegen und bekam Einblick in die spannende Forscherwelt. Begeistert begann ich nach dem Studium mit einer Doktorarbeit über den Hundebandwurm. Die Lebensweise von Parasiten, die nicht nur Tiere, sondern auch Menschen befallen und so Krankheiten verursachen können, interessierte mich besonders. Einer der gefährlichsten aber auch faszinierendsten Parasiten, der in der Schweiz lebt, ist der Fuchsbandwurm.

Ja, eigentlich habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich würde jederzeit wieder Wurmforscher werden…