Unsere Augen im All – die Welt der Erdbeobachtung

Dozent: Dr. sc. nat. Reik Leiterer

Jedes Jahr werden riesige Flächen des Regenwaldes abgeholzt. Das Meereis in der Arktis wird weniger und weniger. In den Schweizer Wäldern leben über 500 Millionen Bäume. Woher wissen wir das? Wir können ja unmöglich überall hingegangen sein, um nachzuschauen.

Es sind die kleinen Helfer in der Luft und im All, die uns täglich mit unglaublich vielen Daten versorgen - Drohnen, Flugzeuge und Satelliten, die mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Aufnahmegeräten, wie zum Beispiel Kameras, ausgestattet sind. Diese Geräte nehmen Daten auf, die wertvolle Informationen über das Wetter, über das Wachstum der Pflanzen, das Verhalten von Tieren oder die Auswirkungen von Erdbeben und Vulkanaktivitäten liefern. Aktuelle Satelliten kann man einfach über das Smartphone «anweisen», dass sie am nächsten Tag von fast jedem beliebigen Ort auf der Erde eine Aufnahme machen – und zwar so genau, dass man problemlos Autos, Bäume und Häuser erkennen kann!

Doch wie funktioniert so ein Satellit, was für Kameras werden verwendet, und wie kommen die Bilder wieder auf die Erde? Was kann man in diesen Bildern erkennen und wie viele Satelliten gibt es überhaupt?

Diesen und vielen weiteren Fragen werden wir in diesem Workshop auf den Grund gehen. Ihr werdet sehen, wie ähnlich unsere Augen und eine Kamera funktionieren und wie aus Licht Farbe wird.

Ihr schlüpft in die Rolle eines Satelliten und vermesst einen Ausschnitt der Erde, fliegt virtuell durch die unterschiedlichen Landschaften der Schweiz und erfahrt, wie man aus über 600 km Entfernung kleinste Bewegungen im Bereich weniger Millimeter messen kann. Lasst euch von der spannenden Vielfalt der Erdbeobachtung überraschen!

Wann?

Samstag, 7. April 2018  |  10.00 bis 12.30 Uhr 

Wer?

Kinder der 3. und 4. Klasse
24 Plätze stehen zur Verfügung.

Wo?

Science Lab der UZH, Standort Irchel

Detaillierte Informationen folgen bei Zulassung zur Veranstaltung.

 

Programmänderungen vorbehalten

Reik Leiterer: Mehr über mich ...

Ich bin ein Spieler. Ich kann problemlos Stunden vor dem Go- oder Schachbrett verbringen und mich ziemlich lange in den Weiten der virtuellen Welten von Computerspielen verlieren. Aber vor allem spiele ich gerne mit den Dingen, die mich in meinem Alltag umgeben: mit der Sprache, mit Farben, Formen, Melodien und auch mit Ideen und Gedanken. Das Faszinierende bei dieser Art von Spiel ist die Ungewissheit – ich weiss nie, ob und was dabei herauskommt.

Diese Faszination an der Ungewissheit hat mich letztendlich, zusammen mit einer grossen Portion Neugier und Reiselust, in die Wissenschaft gebracht. Nach Ausflügen unter anderem in die Medizin, Kunst, Mathematik und Biologie fand ich endlich die Disziplin, die meinen Wünschen am ehesten gerecht wurde: die Geografie. Bei keinem anderen Fach konnten so viel, scheinbar verschiedene, Dinge kombiniert werden. Religion und Wirtschaft? Geografie! Plastikverpackungen und Eisbären? Geografie! Klimawandel und Literatur? Geografie! Wertvolle Mineralien und Computer? Geografie! Das passte. Und passt auch immer noch. – Und jetzt? Jetzt habe ich eine Arbeit, bei der ich mir jeden Tag die neuesten Satellitenbilder anschauen kann, bei der ich mit Ski und Drohne in den Bergen unterwegs bin und bei der ich Brett- und Computerspiele dahingehend anschaue, ob sie geeignet wären, Kindern und Jugendlichen die Vielfalt der Naturwissenschaften näher zu bringen. Was will ich mehr? :)