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Mike Martin, Professor für Gerontopsychologie an der UZH

Zu Beginn meines Studiums habe ich mich sehr für die Veränderungen interessiert, die man bei Kindern und jungen Erwachsenen beobachten kann. Vor allem hat mich dabei fasziniert, in welch kurzer Zeit Menschen so schwierige Dinge wie eine Sprache oder das Lösen von kniffligen Aufgaben lernen können. Dann wollte ich wissen, was eigentlich mit den Kindern passiert, die besonders gut lernen konnten, wenn sie Erwachsene werden. Und an was sie sich aus ihrer Kindheit erinnern konnten. Als ich dann nach meiner Doktorarbeit im Ausland mit Personen zu tun hatte, die 80 bis 100 Jahre alt – und nicht meine eigenen Grosseltern - waren, wollte ich wissen, wer von ihnen es geschafft hat, ein besonders gutes Gedächtnis zu haben und mit dem Leben zufrieden zu sein. Dabei hat sich dann gezeigt, dass viele alte Menschen Expertinnen oder Experten sind, die über die vielen Lebensjahre immer interessante Dinge gelernt haben. Sie haben mich beeindruckt, weil sie zeigen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, etwas aus seinem Leben zu machen. Daher werde ich wohl mein Leben lang von den Leistungen von alten Menschen fasziniert sein und möchte verstehen, was man als junger Mensch von alten Menschen lernen kann.