Roboter

Wie können Roboter kranken Menschen helfen?

Robert Riener, Professor für Robotik und Medizin an der ETH Zürich und der Universität Zürich

Mein Team und ich entwickeln gemeinsam mit dem Paraplegikerzentrum der Universitätsklinik Balgrist und mit Unterstützung der Industrie neue Roboter für die Arm- und Lauftherapie. Diese Roboter können Patienten, die einen Schlaganfall hatten oder querschnittgelähmt sind, helfen, sich wieder zu bewegen. Wir arbeiten auch an Prothesen für Menschen mit Amputationen.

Die technische Besonderheit und damit die «Klugheit» der Roboter besteht darin, dass sie den Bewegungswunsch und die Kraft der Patienten erkennen und sich entsprechend anpassen. So trainieren sie mit dem Patienten, dessen Muskeln sich langsam wieder aufbauen. Dabei unterstützen die Roboter den Patienten nur so wenig wie möglich, aber dennoch so viel wie nötig.

Zusätzlich sind die Roboter so programmiert, dass sie erkennen, wie der Patient trainieren möchte. Er passt sich also an die Wünsche der Patienten an. Es ist ganz wie bei einem Sportler, der mit einem Personal-Trainier trainiert. Ähnliche Methoden werden inzwischen auch in Prothesen und tragbaren «Exoskeletten» angewendet. Sie ermöglichen den Patienten auch ausserhalb der Klinik ein angenehmes Gehen.

In meiner Vorlesung stelle ich euch verschiedene Robotertechnologien vor und zeige, wie sie in der Bewegungstherapie, in der Prothetik, als Exoskelett im Alltag, in der Pflege und auch in der Chirurgie angewendet werden können.

Robert Riener: Mehr über mich ...

Robert Riener

Ich bin Professor für Robotik und leite das «Departement für Gesundheitswissenschaften und Technologie» der ETH Zürich. Da ich auch eine Professur für Medizin habe, arbeite ich zusätzlich im Forschungszentrum für Querschnittlähmung der Universitätsklinik Balgrist.

Studiert habe ich Maschinenbau und zwar von 1988 bis 1993 an der Technischen Universität München und an der Universität von Maryland (USA). Von 1993 bis 1997 arbeitete ich an der Technischen Universität München an meiner Doktorarbeit. Ich entwickelte eine Neuroprothese für querschnittgelähmte Menschen, die ihnen dabei hilft, aufzustehen und zu gehen. Von 1998 bis 1999 arbeitete ich als Forscher am Polytechnikum in Mailand, Italien.

Als ich anschliessend nach München zurückkehrte, beschäftigte ich mich mit neuen Techniken der Virtuellen Realität und Robotik in der Medizin. Seit 2003 bin ich Professor an der ETH Zürich und der Universität Zürich. Seit dieser Zeit entwickle ich zusammen mit meinem Team verschiedene Roboter für das Bewegungstraining von gelähmten Menschen und Athleten im Sport.

Ich bin auch ein fleissiger Schreiber: Bis jetzt schrieb ich über 400 Artikel in internationalen Fachzeitschriften. Zudem bin ich Erfinder von 20 Patenten und was mich besonders freut: Ich gewann viele Preise für meine Arbeit. So bin ich Erfinder des Geburtensimulators SIMone und des Armtherapieroboters ARMin.

Im Oktober 2016 habe ich den Cybathlon – ein Wettkampf für Athleten mit Behinderung – mit meinem Team organisiert. Er fand weltweit zum ersten Mal im Oktober 2016 in Zürich statt und war ein grosser Erfolg.