Mikroskop

Wie benutzt man das Mikroskop beim Forschen an Bakterien?

Leitung: Prof. Dr. Max Wittenbrink, UZH, Veterinärbakteriologie

Bis zur Erfindung des Mikroskops wussten die Menschen gar nicht, dass es Lebewesen gibt, die man mit blossem Auge nicht sehen kann. Daher waren Mikroskope, mit denen man diese Kleinstlebewesen, die so genannten Mikroorganismen, sichtbar machen konnte, eine grosse Sensation.

Im Jahre 1683 hat der Niederländer Antonie van Leeuwenhoek mit einem selbstgebauten Mikroskop die Bakterien entdeckt. Dieses einfache Gerät hatte allerdings keine Ähnlichkeit mit den heutigen Mikroskopen. Es war aber so gut konstruiert, dass Leeuwenhoek damit schon die drei wichtigsten Formen von Bakterien, nämlich die Bazillen, Kokken und Spirillen erkennen konnte.

Durch die ständige Verbesserung der Mikroskope wurde es möglich, die Bakterien systematisch zu erforschen. Scharfsinnige Forscher überlegten, ob sich unter den zahlreichen winzig kleinen Lebewesen nicht auch Krankheitserreger befinden könnten. Vor etwa 150 Jahren hat dann der Arzt Robert Koch das Bakterium entdeckt, das die Tuberkulose verursacht. Dieses Bakterium hat den Namen Mycobacterium tuberculosis und ist in der Medizin weltbekannt.

Heute kennen wir viele Bakterien, die auch bei Haustieren Krankheiten verursachen können. Deshalb werden kranke Tiere tierärztlich untersucht, um festzustellen, ob ihre Krankheit durch Bakterien verursacht wurde.

Am Laborkurs werden wir zusammen am Mikroskop arbeiten. Dabei wirst du recht schnell lernen, wie man mit dem Mikroskop richtig umgeht und du wirst auch Bakterien im Mikroskop anschauen können.

Vorbereitung

Vielleicht möchtest du dich für den Laborkurs etwas vorbereiten? Dann kannst du zum Beispiel im Internet nachschauen. Es gibt dort eine interessante Seite über das Mikroskopieren oder du kannst dir ein ausführliches Handout (PDF-Date 500 KB), also die Kursunterlagen, runterladen.

Wann?

Samstag, 26. November 2016, 10.00 bis 11.45 Uhr.

Wer?

Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Primarklasse
Es stehen 20 Plätze zur Verfügung.

Wo?

Anthropologisches Museum, Standort Irchel

Detaillierte Raumangaben folgen mit der Zulassung zur Veranstaltung.

Achtung: Bei zu vielen Anmeldungen werden die Plätze ausgelost!

Programmänderungen vorbehalten

Max M. Wittenbrink: Mehr über mich ...

Max Wittenbrink

Schon als Kind habe ich mich begeistert mit dem Mikroskop befasst. Nach einem Besuch in einem Naturkundemuseum war ich von der Welt der Kleinstlebewesen im Mikroskop dermassen angetan, dass meine Eltern mir schon bald ein eigenes Mikroskop schenkten, mit dem ich praktisch alles in meiner Umgebung untersuchte. Der Berufswunsch Tierarzt entstand durch die enge Freundschaft mit dem Sohn eines Tierarztes; hier lernte ich den Beruf des Tierarztes kennen und entschloss mich, Tiermedizin zu studieren.
Schon während des Studiums schnupperte ich in der Mikrobiologie und fertigte nach dem Studium in der Bakteriologie meine Doktorarbeit an. Ich war fasziniert davon, mit welch ausgeklügelten Strategien Bakterien Krankheiten erzeugen und entschloss mich, meine berufliche Laufbahn als Veterinärbakteriologe fortzusetzen. Dabei arbeitete ich an verschiedenen Universitäten in Deutschland und kam dann als Hochschullehrer nach Zürich.

Die bakteriellen Krankheitserreger der Tiere bereiten uns nach wie vor grosse Probleme. Daher ist es sehr wichtig, gute diagnostische Methoden und neue Behandlungsverfahren zu entwickeln. Dabei kann man viel über diese zwar sehr kleinen, aber dennoch äusserst leistungsfähigen Lebewesen lernen und die Natur zumindest ein bisschen besser verstehen.