Chemie mit Licht und Farben

Die Dozenten: Prof. Dr. Roland Sigel und Dr. Sofia Gallo, Universität Zürich

Denken wir an chemische Reaktionen, kommt uns eher Hitze und Feuer als Licht und Farben in den Sinn. Licht kann man nicht anfassen, weshalb man meint, nicht viel damit anfangen zu können. Tatsächlich ist Licht aber eine besondere und nützliche Energieform, welche bei chemischen Reaktionen entsteht oder eine solche Reaktion erst auslöst.

Eng verbunden mit Licht ist Farbe. Ein farbiger Stoff nimmt Licht, also Energie, auf. Diese Lichtaufnahme ist ein chemischer oder physikalischer Vorgang. Umgekehrt kann bei einer chemischen Reaktion auch Licht ausgestrahlt werden, weshalb die Reaktion leuchtet. Mit Licht kann man also wunderbar spielen, und man kann den Eigenschaften von Licht mit Experimenten auf die Spur kommen.

Licht- und Farbphänomene kennenlernen

In diesem Laborkurs werden wir mit Experimenten verschiedene Licht- und Farbphänomene kennenlernen: Dunkelroter Brombeersaft nimmt Licht auf. Dies nutzen wir und stellen eine Solarzelle her. Mit der entstehenden elektrischen Energie führen wir eine chemische Reaktion durch, zum Beispiel zerlegen wir Wasser in seine Bestandteile.

Einen Leuchtstab herstellen

Licht ist also Energie. Bei chemischen Reaktionen wird deshalb oft Licht und nicht Wärme produziert. Eine spezielle Reaktion beginnt zum Beispiel zu leuchten und ihr könnt euren eigenen Leuchtstab herstellen. Mit für uns nicht sichtbarem Licht bringen wir auch eine Geheimtinte zum Leuchten – alles Chemie! Zudem werden wir eine oszillierende, das heisst schwingende, chemische Reaktion durchführen, bei welcher die Farbe wie bei einem Lichtsignal von Rot über Orange zu Grün wechselt. Wir möchten euch in diesem Laborkurs mit praktischen chemischen Experimenten die Wirkung und die Erzeugung von Licht und Farben zeigen, um die Eigenschaften von beiden etwas besser zu verstehen. Staunen ist garantiert!

Wann?

Mittwoch, 31. Oktober 2018  |  14.30 bis 17.00 Uhr

Wer?

5. und 6. Klasse

24 Plätze stehen zur Verfügung.

Wo?

Life Science Learning Center der UZH, Standort Irchel

Detaillierte Informationen folgen bei Zulassung zur Veranstaltung.

 

Programmänderungen möglich.

Roland Sigel: Mehr über mich ...

Die Vorgänge in der Natur haben mich schon als Kind sehr fasziniert und früh wollte ich wissen, wie Lebewesen in ihrem Innersten funktionieren; Biologie, Chemie, Physik und auch Geologie waren immer meine Lieblingsfächer und die entsprechenden Exkursionen und Laborstunden waren die Höhepunkte in meiner Schulzeit.
Obwohl mich auch ein Studium in Biologie oder Medizin sehr interessiert hätte, entschloss ich mich 1991 für ein Chemiestudium an der Universität Basel – schliesslich beruhen alle Vorgänge in unserem Körper, wie auch in Tieren, Pflanzen und allen Lebewesen, ausschliesslich auf chemischen Reaktionen.

Während des Studiums habe ich mich dann eher mit chemischen Reaktionen beschäftigt, die Farben, Feuer, Rauch und Knall erzeugen, ohne allerdings die Biologie aus den Augen zu verlieren. Bald begann ich mich für die Rolle von Metallen in Lebewesen zu interessieren. Deshalb habe ich nach meinem Studium jeweils etwa 3 Jahre in Dortmund und New York verbracht, um die verschiedenen Aspekte dieser wenig erforschten, aber äusserst wichtigen Beziehung kennen zu lernen: Unser Körper zum Beispiel enthält mehr als 1.5 kg reines Metall. Seit 2003 forsche ich nun in Zürich über die Beziehung zwischen Metallen und Nukleinsäuren, also jenen Molekülen, welche bestimmen, wer und wie wir sind.

Die Liebe zur Natur habe ich aber nicht verloren. Wenn ich zusammen mit meiner Frau bergsteige, klettere oder mit meinem kleinen Sohn auf dem Rücken durch die Berge wandere, dann ist dies die beste Gelegenheit, nicht nur auszuspannen und die Natur zu geniessen, sondern auch um neue Ideen für die Forschung zu gewinnen.