Warum machen Parasiten krank?

Privatdozent Dr. med. vet. Hubertus Hertzberg, UZH, Veterinärparasitologie

Parasiten sind Tiere oder Pflanzen, die für ihre Nahrungsaufnahme andere Lebewesen aufsuchen und damit diese Wirtstiere oder -pflanzen schädigen können.

Einzeller, Würmer und Gliederfüssler

Die Parasiten lassen sich in drei grosse Gruppen einteilen, das sind einmal die sehr kleinen Einzeller (Protozoen), die, wie der Name sagt, nur aus einer Zelle bestehen. Würmer (Helminthen) und Gliederfüssler (Arthropoden) sind deutlich grösser und stellen die anderen beiden Gruppen dar.

Jedes Tier und auch wir Menschen können Parasiten haben. Oft bleibt das unbemerkt, weil ein gesunder Körper sich ausreichend gegen die Parasiten wehren kann und nicht erkrankt.

Sind die Möglichkeiten zur Abwehr der Parasiten jedoch noch nicht ausreichend entwickelt, wie das bei vielen jungen Tieren der Fall ist, dann können die Parasiten schwere Erkrankungen hervorrufen.

Wirtstiere austricksen

Doch warum machen sie krank? Sie können zum Beispiel Blut saugen, wie es die Zecken, Mücken oder Flöhe tun. Dabei können sie andere Krankheitserreger, wie Viren, Bakterien oder parasitische Einzeller übertragen. Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, wie die Parasiten es schaffen, ihre Wirtstiere auszutricksen und an die Nährstoffe zu gelangen, die ihr Überleben sichern. Einige interessante Beispiele dazu werdet Ihr in der Vorlesung erfahren.

Hubertus Hertzberg: Mehr über mich ...

Seit meiner frühen Kindheit interessierten mich die Lebewesen, vor allem die Tiere jeglicher Grösse.

Ich konnte stundenlang am Bach, nahe bei meinem Elternhaus sitzen und den Fischen und Libellen zusehen und wenn dann mal ein Fisch eine dieser schönen Libellen erwischt hatte, dann gehörte das eben auch zu den Kreisläufen der Natur. Als es dann für mich nach der Matura Zeit wurde, sich für einen Beruf zu entscheiden, fiel die Wahl natürlich zuerst auf die Biologie, aber auch die Tiermedizin interessierte mich sehr.

Als ich dann unerwartet einen Studienplatz für die Tiermedizin an der Freien Universität Berlin erhielt, war die Tür geöffnet für ein faszinierendes Berufsleben, wobei ich damals natürlich noch nicht wusste, wie es sich genau entwickeln würde.

Da mich die Forschung rund um die Lebensvorgänge (wie entsteht neues Leben?, warum werden Tiere krank?) schon während des Universitätsstudiums mehr und mehr interessierte, wurde ich dann kein ‚normaler‘ Tierarzt in einer Praxis, sondern beschloss an der Universität zu bleiben, in der Hoffnung, dort vielen meiner Fragen auf den Grund gehen zu können.

Die erste Station war die Tierärztliche Hochschule in Hannover, Deutschland, und dann kam ich an die Universität Zürich, wo ich heute noch tätig sein darf.

Ein besonders interessantes Gebiet innerhalb der Tiermedizin sind die Parasiten und die von ihnen verursachten Krankheiten. Auf den ersten Blick sind Würmer, Zecken und Flöhe natürlich etwas, womit man vor allem als Tierbesitzer möglichst wenig zu tun haben möchte. Die Lebensweise dieser Organismen und ihre Fähigkeiten, sich fortlaufend neuen Umweltbedingungen anzupassen, gehört jedoch mit zum Spannendsten, was die Biologie zu bieten hat.

Auch für zukünftige Forscherinnen und Forscher wird es da noch viel zu entdecken geben!