schwitzen

Warum schwitzen wir?

Dr. Vartan Kurtcuoglu, Rechnergestützte und Experimentelle Physiologie

Stell dir vor: Es ist Sommer, die Sonne scheint, du spielst draussen und dir ist heiss. Du hast Durst; starken Durst sogar. Und was macht dein Körper? Er schwitzt! Sollte er nicht lieber Wasser sparen? In dieser Vorlesung wirst du erfahren, weshalb dein Körper in solchen Situationen Wasser verbrauchen muss.

Gehen wir davon aus, dass dein Körper einen Grund fürs Schwitzen hat. Muss er dann dabei auch noch stinken? Das bedeutet ja weitere Wasserverschwendung, weil du nun auch noch duschen musst. Hat der Körper zumindest einen guten Grund für diesen Geruch? Auch davon handelt diese Vorlesung.

Und wie sieht es bei Tieren aus? Schwitzen Hunde und Katzen? Und Fische? Oder unterscheiden sich ihre Körper dafür zu stark von unseren? Auf diese Fragen wirst du ebenfalls Antworten erhalten.

Vartan Kurtcuoglu: Mehr über mich ...

Kurtcuoglu

Eigentlich wollte ich ja nicht Forscher werden.

Ich verbrachte die ersten Jahre meines Lebens in meiner armenischen Familie in Istanbul, und spielte gerne mit Freunden auf der Quartierstrasse. Als meine Eltern mir sagten, dass wir aus der Türkei in die Schweiz auswandern würden, war ich zunächst sauer. Ich sprach ja kein Deutsch, was sich dann im ersten Jahr im Kindergarten im züricherischen Winterthur als ein Problem erwies: Das einzige Spielzeug, das ich benennen konnte, war Lego. Also spielte ich Lego. Und zu Hause hockte ich oft vor dem Fernseher. Man sagt ja, zu viel Fernsehen sei nicht gut – das sage ich meinen zwei Söhnen auch – doch vom vielen Fernsehen lernte ich ganz gut Deutsch, und konnte dann meiner Kindergärtnerin sagen, dass ich mal was anderes als Lego spielen wollte. Aber Lego mag ich auch heute noch.

In der ersten Klasse sagte dann eine Expertin meinen Eltern, dass ich wohl viel Mühe in der Schule haben würde, das könne sie an meiner schlechten Schrift erkennen. Die Primarschule habe ich dann doch geschafft, aber meine Schrift ist noch immer schrecklich. Zum Glück kann ich nun auf dem Computer schreiben.

Im Langzeitgymnasium war es zunächst ziemlich streng. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, dass es viele verschiedene Lehrer für viele verschiedene Fächer hatte, denen ihr eigenes Fach jeweils am wichtigsten war. Und als ich dann ans mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium wechselte, fühlte ich mich richtig wohl. Ich lernte viel und hatte viele Freunde unter meinen Klassenkameraden, die zum grössten Teil aus der Sekundarschule ans Gymnasium gekommen waren. Aber nach zwei Jahren wurde mir trotzdem langweilig. Also ging ich als Austauschschüler an eine Schule in den U.S.A., und zwar in Kalifornien. Ich lebte ein Jahr in einer tollen Gastfamilie, lernte gut Englisch und lernte meine zukünftige Frau kennen.

Zurück in der Schweiz war es an der Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, was ich dann mal werden wollte. Ein Experte meinte, dass man für gewisse Berufe nicht nur studieren müsse, sondern danach sogar noch ein Doktorat brauche – so etwas wie eine Lehre für angehende Forschende. Studieren und dann noch eine Lehre dazu, das wollte ich sicher nicht. Also entschloss ich mich, Maschinenbau zu studieren. Ein anderer Experte hatte nämlich gemeint, dass man danach noch ziemlich alles werden könne, keine Doktorat brauche und nicht viel auswendig lernen müsse. Gut auswendig lernen kann ich nicht.

Für das Studium ging ich an die ETH Zürich. In den ersten zwei Jahren lernte ich viel Mathematik und Physik und nahm dann an Forschungsprojekten von Professoren teil. Das war ein wenig wie Lego spielen mit teuren Geräten, aber ich bekam dafür Noten. Diese Arbeit gefiel mir so gut, dass ich mich doch noch für ein Doktorat entschied, obwohl ich ja ursprünglich nicht Forscher werden wollte.

Heute leite ich meine eigene Forschungsgruppe am Physiologischen Institut der Universität Zürich und befasse mich mit der Bewegung von Körperflüssigkeiten.