Wie kann man Angst überwinden?

Prof. Dr. Hans-Christoph Steinhausen, Kinder- und Jugendpsychiater

Illustration: Romana Semadeni

Jedes fünfte Kind braucht irgendwann einmal wirklich Hilfe wegen starken seelischen Problemen. Bei Kindern, die deswegen zum Kinder- und Jugendpsychiater kommen, sind es meist starke Ängste, die behandelt werden müssen: Es gibt Kinder, die grosse Angst davor haben, sich von ihren Eltern zu trennen und die deswegen nur mit Not oder gar nicht mehr in die Schule gehen. Andere Kinder haben nur in bestimmten Situationen Angst, z.B. im Lift, vor bestimmten Tieren oder im Flugzeug. Wieder andere Kinder trauen sich nicht, mit gleichaltrigen Kindern zu spielen oder vor der Klasse ein Gedicht aufzusagen, und manche Kinder sind so ängstlich, dass sie sich über ganz viele Dinge ständig Sorgen machen. Diesen Kindern kann man am besten mit Verhaltenstherapie helfen. Dabei lernen die Kinder alles, was man über die Zeichen von Angst in den Gedanken, Gefühlen und den Auswirkungen auf den Körper wissen muss. Die Kinder lernen so, wie sie ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihr Verhalten derart verändern können, dass sie sich der Angst immer besser stellen und sie dadurch besiegen. Eine solche Therapie macht also auch Spass, besonders dann, wenn die Angst schliesslich überwunden wird.