Können Fische einen Sonnenbrand bekommen?

Dozent: Prof. Dr. Stephan Neuhauss

Die Frage klingt zuerst einmal seltsam, aber warum sollten Fische eigentlich keinen Sonnenbrand bekommen können?

Was genau ist eigentlich ein Sonnenbrand? Wir wissen alle, dass sich unsere Haut rot verfärbt, wenn wir zu lange in der Sonne sind und dass die Sonne besonders am Mittag am stärksten wirkt. Es muss also irgendetwas am Sonnenlicht geben, das unsere Haut schädigen kann. Wir werden uns daher erst einmal das Sonnenlicht genauer ansehen und dabei lernen, dass nur ein bestimmter Anteil des Sonnenlichts schaden kann. Nebenbei lernen wir auch gleich noch etwas über die Haut, da wir ja auch verstehen müssen, was die Sonne mit der Haut macht.

Dann endlich können wir uns mit den Fischen beschäftigen und uns fragen, ob das Sonnenlicht weit genug ins Wasser eindringen kann, um die Haut der Fische zu schädigen. Dabei erfahren wir auch, warum ein Glas Wasser nicht blau, sondern durchsichtig ist, obwohl es doch aus einem blauen See stammt.

Ich will noch nicht zu viel verraten, aber am Ende können wir darüber nachdenken, wie sich Fische in der Natur vor einem Sonnenbrand schützen – und wir haben dank einer einfachen Frage gelernt, was Licht ist, wie unsere Haut aufgebaut ist und warum wir abends keinen Sonnenbrand mehr bekommen können.

Stephan Neuhauss: Mehr über mich ...

Schon als Schüler wollte ich Wissenschaftler werden. Allerdings habe ich mich damals mehr für Chemie interessiert und baute mir ein kleines Chemielabor im Keller auf. Etwas später, im Gymnasium, stiess ich auf ein Lehrbuch über Mikrobiologie und war sofort begeistert. Insbesondere das Kapitel über Genetik (oder auch «Vererbungslehre») hat mich stark angesprochen. Die Idee, dass in jeder Zelle eine Bibliothek schlummert, die eine Bauanleitung für den ganzen Organismus enthält, beeindruckt mich heute noch. Daher beschloss ich, Biologie zu studieren und Genetiker zu werden.

Die Neurobiologie (das ist die Wissenschaft, die sich mit dem Aufbau des Nervensystems beschäftigt) hat mich erst später interessiert. Zwar fand ich die Vorstellung fesselnd, dass alle meine Gedanken und Gefühle in meinem Kopf von dem Gehirn erzeugt werden, aber ich dachte, dass das einfach zu kompliziert ist zum Erforschen.

Erst nachdem ich in meinem Studium in den USA den Zebrafisch entdeckt hatte, sah ich die Möglichkeit mit diesem kleinen Fisch auch das komplizierte Gehirn zu verstehen. Mit diesem kleinen Aquariumsfisch kann man nämlich recht einfach genetische Experimente durchführen. Praktischerweise kann man dabei auch viel über das Gehirn lernen, da die Fische ein ähnlich aufgebautes, aber natürlich viel einfacheres Gehirn besitzen als wir Menschen. Auf diese Weise konnte ich mein Interesse an Genetik und Neurobiologie in meiner Forschung verbinden.

Mein Team am Institut für Molekulare Biologie erforscht heute immer noch mit Zebrafischen wie das Nervensystem funktioniert und uns werden die spannenden Forschungsfragen noch lange nicht ausgehen.