Wie Parasiten uns austricksen

Prof. Dr. Peter Deplazes, Institut für Parasitologie der UZH

Illustration: Romana Semadeni

Parasiten sind spezielle Lebewesen. Sie leben auf Kosten von Tieren oder von Menschen und einige können auch krank machen. Oft werden sie aber gar nicht bemerkt. Manche sind so winzig, dass wir sie von Auge gar nicht sehen können.

Einer der kleinsten Parasiten heisst Toxoplasma gondii. Er ist 1’000-mal kleiner als eine Fliege. Nur im Darm von Katzen kann er winzige Zellen bilden, die von einer harten Schale umgeben sind. So geschützt, gelangen diese Zellen mit dem Kot von Katzen in die Natur und überleben dort monatelang! Nur wenn Vögel, Schafe oder Mäuse und Menschen mit Gras oder Gemüse diese Winzlinge aufnehmen, können sie ihre Schale verlassen. Vom Darm ihres Wirtes gelangen sie ins Blut und dann überall in den Körper. Dieser Weg ist für sie aber nicht ungefährlich: Tiere und Menschen haben spezielle Zellen im Blut, die die kleinen Eindringlinge sofort fressen, wenn sie sie entdecken. Die Winzlinge wiederum versuchen den Fresszellen zu entwischen: Sie verstecken sich in den Körperzellen der Tiere und Menschen, in denen sie leben und verändern auch noch ihre Oberfläche. Wie in einem Tarnkleid können sie sich dann unerkannt vermehren und lange überleben.
Man hat auch herausgefunden, dass Nagetiere frecher sind, wenn ihr Gehirn von den Winzlingen befallen ist. Dadurch erhöht sich die Chance, dass eine befallene Maus von einer Katze gefressen wird und sich der Parasit in der Katze weiter vermehren kann. Meist ist der Parasit für die Tiere und Menschen, in denen er lebt, ganz harmlos. Weil Toxoplasma gondii aber manchmal auch Krankheiten verursacht, wird an der Universität Zürich erforscht, wie eine Impfung für Katzen diese Winzlinge stoppen könnte.