Gräbt Archäologie Geschichte aus?

Prof. Dr. Christoph Reusser, Archäologisches Institut der UZH

Illustration: Romana Semadeni

Archäologie ist die Wissenschaft, die sich mit grossen, aber oft auch unauffälligen Spuren und Überresten vergangener Kulturen beschäftigt. Es gibt ganz verschiedene Archäologien, die sich – je nach geographischer Region – mit unterschiedlichsten Kulturen auseinandersetzen. Kennen tut ihr wahrscheinlich die sogenannte Klassische Archäologie, die in zahlreichen Ausgrabungen rund ums Mittelmeer viel über die antiken Kulturen herausgefunden hat.

In der Archäologie arbeitet man vor allem in Bibliotheken und auf Ausgrabungen. Eine Archäologin oder ein Archäologie beschäftigt sich mit Gegenständen aus Ton, Metall oder Stein wie sie in grosser Zahl bei Ausgrabungen gefunden werden. Man nennt das die „materielle Hinterlassenschaft“ einer Kultur. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Archäologen gehört es, herauszufinden, was diese Gefässe, Geräte oder auch Bauwerke in diesen Kulturen für eine Funktion hatten. Die Mittel und Methoden, die dafür zur Verfügung stehen, sind sehr vielfältig und reichen vom Lesen antiker Texte bis zu komplizierten Auswertung (Analysen) im naturwissenschaftlichen Labor.

Immer wieder stellt sich uns in der Archäologie Frage, ob wir bei einer Ausgrabung „nur" Objekte aus dem Alltag finden oder auch Spuren wichtiger historischer Ereignisse. Dieser Frage gehen wir in der Vorlesung nach, und zwar am Beispiel der Ausgrabungen des Zürcher Archäologischen Instituts in zwei antiken Städten auf Sizilien und in der Nähe Venedigs.