Chemie mit Licht und Farben

Denken wir an chemische Reaktionen, kommt uns eher Hitze und Feuer als Licht und Farben in den Sinn. Licht kann man nicht anfassen, weshalb man meint, nicht viel damit anfangen zu können. Tatsächlich ist Licht aber eine besondere und nützliche Energieform, welche bei chemischen Reaktionen entsteht oder eine solche Reaktion erst auslöst.  

Eng verbunden mit Licht ist Farbe. Ein farbiger Stoff nimmt Licht, also Energie, auf. Diese Lichtaufnahme ist ein chemischer oder physikalischer Vorgang. Umgekehrt kann bei einer chemischen Reaktion auch Licht ausgestrahlt werden, weshalb die Reaktion leuchtet. Mit Licht können wir also wunderbar spielen. Wir kommen den Eigenschaften von Licht mit Experimenten auf die Spur.  

 

Licht- und Farbphänomene kennenlernen  

In diesem Laborkurs werden wir mit Experimenten verschiedene Licht- und Farbphänomene durchführen: Dunkelroter Brombeersaft nimmt Licht auf. Dies nutzen wir und stellen eine Solarzelle her. Mit der entstehenden elektrischen Energie betreiben wir einen Rechner oder führen wir eine chemische Reaktion durch, zum Beispiel zerlegen wir Wasser in seine Bestandteile.

 

Die Leuchtfarben von Elementen, Elektronen anregen  

Wenn wir Salze erhitzen, strahlen sie Licht mit einer Farbe aus an der wir erkennen können, woraus sie bestehen. Kochsalz ist orange, weil Natrium drin ist. Andere Salze sind rot, purpurn, grün oder andere Farben. Wir werden verschiedene Salze in einer Flamme erhitzen, um solche Farben erzeugen und sehen zu können.  

 

Photographie mit Zyanotypie

Eine alte Art der Photographie nutzt die Eigenschaft des Lichtes, chemische Verbindungen umwandeln zu können. In der Zyanotypie wandelt Licht einen unsichtbaren Stoff in eine blaue Farbe um, dabei entstehen wunderbare Photographien. Mit Laubblättern, oder mit was euch gefällt, könnt ihr diese Reaktion selber durchführen und beobachten, was passiert.  

 

Eine richtige chemische Reaktion  

Ihr macht hier selber eine chemische Reaktion mit einer Flüssigkeit, welche die Farbe immer wieder wechselt. Hier verraten wir nichts!  

Mit für uns nicht sichtbarem Licht bringen wir auch eine Geheimtinte zum Leuchten – alles Chemie! Zudem werden wir eine oszillierende, das heisst schwingende, chemische Reaktion durchführen, bei welcher die Farbe wie bei einem Lichtsignal von Rot über Orange zu Grün wechselt. Wir möchten euch in diesem Laborkurs mit praktischen chemischen Experimenten die Wirkung und die Erzeugung von Licht und Farben zeigen, um die Eigenschaften von beiden etwas besser zu verstehen.  

Staunen garantiert!  

Wann und wo?

Samstag, 26. November 2022, 10.00–12.15 Uhr

Detaillierte Informationen zum Ort folgen bei Zulassung zur Veranstaltung.

Programmänderungen vorbehalten!

Wer?

Kinder der 3. und 4. Klasse

Roger Alberto: Mehr über mich ...

Chemie hat mich schon als Kind sehr begeistert, auch wenn sich mein Interesse damals (nicht zur Freude meiner Eltern) auf Knall, Rauch und Feuer beschränkt hat. Am Gymnasium hatte ich dann einen Lehrer, welcher mir die Chemie auf spannende Weise näher gebracht hat. Um sicher zu sein, dass Chemie das Richtige für mich sei, habe ich vor dem Studium bei der Basler Chemie gearbeitet, um Industrieluft zu schnuppern. Um Erfahrungen zu sammeln, arbeitete ich nach dem Studium und der Doktorarbeit einige Jahre im Ausland und bin dann schliesslich als Hochschullehrer nach Zürich gekommen.
Am meisten interessiert mich die Chemie der Metalle, nicht nur weil viele ihrer Verbindungen die schönsten Farben zeigen, sondern weil man sie auch für viele andere Dinge brauchen kann. Chemie begeistert mich immer noch, weil man mit Ideenreichtum neue, nützliche und interessante Dinge zugleich tun kann und die Chemie für unser Leben von grosser Bedeutung ist. Die Phänomene der Chemie sind voller Überraschungen und oft nicht einfach zu verstehen, umso schöner ist es aber auch, einen tieferen Einblick in diese Wissenschaft zu bekommen.

 

René Oetterli: Mehr über mich ...

Ich stamme aus einer Metallbau-Familie mit künstlerischer Ader. Ich bin also aufgewachsen, mit der Faszination etwas zu konstruieren einerseits, und dem kreativen Drang nach Schönheit andererseits. In meiner Arbeit als synthetischer Chemiker kann ich beides miteinander verbinden. Ich habe auf sehr unterschiedlichen chemischen und biotechnologischen Fachgebieten gearbeitet, aber allen war ein ästhetischer Fokus gemeinsam – sei es ein besonders schönes Molekül, ein elegantes Experiment oder eine raffinierte Funktionalität.

Chemie ist eine sehr sinnliche Naturwissenschaft: Chemie ist farbig. Chemie steckt voller Überraschungen. Chemie ist manchmal stinkend, manchmal himmlisch duftend, manchmal ist sie laut und explosiv, manchmal leise und elegant, aber immer faszinierend.

Durch meine Lehrtätigkeit versuche ich, Neugier zu wecken – Neugier auf das Fragen von Fragen und das Heraustüfteln der Antworten. Ich versuche, die Freude am Wissen und Verstehen zu vermitteln.