Chemie in der Kunst, Spezialworkshop in der Kunsthalle Zürich

Der Dozent: Prof. Dr. Roger Alberto, Universität Zürich

Im Kurs, der ausnahmsweise nicht an der Universität Zürich stattfindet, sondern in der Kunsthalle, lernen wir die Cyanotypie kennen. Das ist eine Methode der Photographie, die chemisch auf dem berühmten «Berliner Blau» basiert. Das Verfahren wurde 1842 von John Herschel in England erfunden. Herschel war Astronom, beschäftigte sich aber auch intensiv mit der Photographie.

Cyanotypien sind heute künstlerisch sehr interessant, da sie alle Schattierungen von Blau und Weiss enthalten. Dadurch entsteht je nach Belichtung und Dimension des Objektes eine Tiefenwirkung und ein dreidimensionaler Eindruck.

Die Kinder lernen auch die chemischen Zusammenhänge kennen, denn der Cyanotypie liegt ein komplexer chemischer Prozess zugrunde. So besteht die lichtaktive Substanz aus einem Zitratkomplex von Eisen. Dieser wird unter Lichteinwirkung chemisch umgewandelt. Danach bildet das mit Hexacyanoferrat imprägnierte Photopapier zuerst das unsichtbare Berliner Weiss, das dann an der Luft zu Berliner Blau wird. Je nach Lichtstärke erstrahlt das Blau oder Weiss mehr oder weniger intensiv.

Wir werden im Experiment mit dem Cyanotypie-Verfahren zwei- oder dreidimensionale Objekte belichten und entwickeln. Ich bin sicher, dass dabei kleine Kunstwerke entstehen!

Die Kinder dürfen zum Experimentieren gerne eigene Objekte mitbringen.
(Zum Beispiel einen Scherenschnitt oder das Blatt einer Pflanze)

Anmeldung

Die Anmeldung zum Sonderworkshop ist am 20. August 2018 abgelaufen. Die Kinder, die einen Platz erhalten haben, wurden per Mail benachrichtigt. Wir verschicken keine Absagen.

Wann?

Am 29. August 2018 

Wer?

Workshop für Kinder der 3. und 4. Klasse

pro Workshop 5 Kinder

14.00 bis 15.00 Uhr
15.30 bis 16.30 Uhr
17.00 bis 18.00 Uhr

Wo?

Kunsthalle Zürich, Limmatstrasse 270, 8005 Zürich

Programmänderungen vorbehalten

Roger Alberto: Mehr über mich ...

Chemie hat mich schon als Kind sehr begeistert, auch wenn sich mein Interesse damals (nicht zur Freude meiner Eltern) auf Knall, Rauch und Feuer beschränkt hat. Am Gymnasium hatte ich dann einen Lehrer, welcher mir die Chemie auf spannende Weise näher gebracht hat. Um sicher zu sein, dass Chemie das Richtige für mich sei, habe ich vor dem Studium bei der Basler Chemie gearbeitet, um Industrieluft zu schnuppern. Um Erfahrungen zu sammeln, arbeitete ich nach dem Studium und der Doktorarbeit einige Jahre im Ausland und bin dann schliesslich als Hochschullehrer nach Zürich gekommen.
Am meisten interessiert mich die Chemie der Metalle, nicht nur weil viele ihrer Verbindungen die schönsten Farben zeigen, sondern weil man sie auch für viele andere Dinge brauchen kann. Chemie begeistert mich immer noch, weil man mit Ideenreichtum neue, nützliche und interessante Dinge zugleich tun kann und die Chemie für unser Leben von grosser Bedeutung ist. Die Phänomene der Chemie sind voller Überraschungen und oft nicht einfach zu verstehen, umso schöner ist es aber auch, einen tieferen Einblick in diese Wissenschaft zu bekommen.