Zecken unter dem Mikroskop

Dozent: Dr. Ramon Eichenberger 

Sie sind sehr klein und dennoch ganz schön fies. Zecken gehören zu den Spinnentieren und saugen Blut, nachdem sie tief in die Haut gestochen haben. Gefürchtet sind sie jedoch, weil sie einige gefährliche Krankheitserreger mit ihrem Speichel auf ihre Opfer übertragen können.

Wie überleben Zecken draussen, und wie finden sie ihre Opfer?

Sie sind Hungerkünstlerinnen und können im feuchten Waldboden über ein Jahr hungern und dort auch problemlos den Winter überstehen. Ihre wichtigste Vorgehensweise ist die Geduld. Sie warten auf ihre Opfer, tage-, ja wochenlang auf einem Grashalm oder im Dickicht. Ein nahendes Reh oder eben einen Menschen nehmen sie durch die leichten Erschütterungen des Bodens wahr, aber auch Schweiss, Körperwärme und die Atemluft ihrer Opfer regt sie an. Streift das Opfer dann vorbei, klammern sie sich mit ihren kleinen Krallen fest und suchen danach eine geeignete und sichere Stichstelle am Körper.

Im Kurs werden wir das Verhalten der Zecken in einem Experiment beobachten, sie messen und mit dem Mikroskop die Wahrnehmungsorgane und Stichorgane der Zecken untersuchen.

Gefährlich wird es jedoch für euch nicht – alle unsere Untersuchungen machen wir in geschützten Gefässen!!

Wann?

Samstag 16. Mai 2020, 10.00 bis 12.00 Uhr

Wer?

Kinder der 4. + 5. Klasse

30 Plätze stehen zur Verfügung.

Wo?

Diagnostikzentrum der Vetsuisse Fakultät der UZH, Standort Irchel

Detaillierte Informationen folgen bei Zulassung zur Veranstaltung.

 

Programmänderungen vorbehalten

Ramon Eichenberger: Mehr über mich ...

Aufgewachsen in einem kleinen Bauerndorf am Untersee (Bodensee) hatte ich schon in jungen Jahren viel Kontakt mit Tieren. Ich habe den Landwirten geholfen, die Kühe zu melken, die Hühner und Wachteln zu füttern, die Gänse zu ärgern, aber auch im Schilf nach Schlangen und anderem Krabbeltier Ausschau zu halten.

So kam es auch, dass ich schon in der Primarschule in der naheliegenden Tierarztpraxis mithelfen durfte. Daher lag die Wahl dieses Berufes für mich auf der Hand.

Während des Studiums arbeitete ich als Aushilfe in einem Projekt am Institut für Parasitologie, bei welchem ich in der ganzen Schweiz Landwirte zu Bandwürmern bei ihren Kühen befragte. Bei dieser Arbeit gewann ich die Faszination für Parasiten und deren Überlebensstrategien.

Wie überleben Parasiten in ihrem Wirt? Wieso können einige Parasiten über Jahre überleben ohne wirklich krank zu machen? Wieso dagegen sind andere tödlich? Solche Fragen bewegten mich nach dem Studium mein Wissen für diese Interaktion zwischen Parasit und ihrem Opfer zu vertiefen. Seither erforsche ich verschiedene parasitische Würmer, Einzeller, aber auch störende Ektoparasiten («Aussenparasiten») wie Zecken.

Als junger Forscher am Institut für Parasitologie entwickle ich Methoden, um Parasiten besser bekämpfen zu können. Dass dabei Menschen und Tiere profitieren, motiviert mich täglich für diese spannende Arbeit, bei welcher noch viele Fragen offenstehen.