Wie funktioniert unsere Stimme?

Unsere Stimme ist eine gewaltiges Instrument. Wir nutzen sie zum Sprechen oder zum Singen oder wenn wir einfach mal ganz laut schreien wollen.

Dabei hat unsere Stimme ein Vielzahl unterschiedlicher Funktionen. Wir wollen mit der Stimme Botschaften versenden aber wir nutzen die Stimme auch, um uns gegenseitig zu erkennen und darüber hinaus soll sich die Stimme natürlich auch noch schön anhören, denn oft wollen wir ja anderen mit unserer Stimme gefallen.

Wie funktioniert eigentlich die Stimme? Wie schaffen wir es, so vielen Informationen in sie hineinzustecken und wie produzieren wir die vielen unterschiedlichen Laute, die wir in unserer Sprache nutzen? In der Vorlesung werden wir mal tief in unseren Mund schauen, um zu verstehen, wo die Stimme produziert wird. Dann nehmen wir uns ein Computerprogramm vor, mit dem wir die Stimme sichtbar machen können. Wenn wir dann unterschiedliche Laute bilden oder unterschiedliche Melodien mit der Stimme kreieren, können wir das auf dem Bildschirm sehen.

Wir können uns auch anschauen, wie unsere Stimme aussieht, wenn wir ganz laut schreien, so laut wie möglich! Um weiter zu verstehen, wie unsere Stimme funktioniert, basteln wir dann ein Modell von ihr. Auch wenn die Stimme sehr kompliziert ist, ist das gar nicht so schwer. Dazu brauchen wir nur eine Plastiktröte wie man sie von einem Geburtstag kennt, ein paar Klopapierrollen, etwas Klebeband und eine Schere.

Mit diesen Materialien können wir dann schon unterschiedliche Vokale selber bauen.

Volker Dellwo: Mehr über mich ...

Ich wurde 1972 in Trier an der Mosel geboren und habe mich als Kind immer schon viel für Laute, Akustik, Musik und Stimme interessiert. In Trier habe ich dann auch nach der Schule mit dem Phonetik Studium begonnen und in Bonn habe ich doktoriert.

Die Phonetik ist ein sehr kleines Fach, das sich mit allem beschäftigt, was man zum Sprechen und Hören braucht, d.h. unseren Sprechwerkzeugen, die Akustik der Stimme und unserem Gehör.

Um zu lernen, wie das Sprechen und Hören in unterschiedlichen Kulturen funktioniert, bin ich viel gereist und habe auch in Spanien und in Schottland studiert, habe dann lange Zeit in London als Phonetiker gearbeitet bevor ich 2010 nach Zürich kam.

Obwohl ich jetzt schon fast 30 Jahre mit Phonetik arbeite, stelle ich jeden Tag aufs neue fest, dass es so viele Dinge beim Sprechen und Hören gibt, die wir noch nicht verstanden haben. Zum Beispiel, warum wir trotzdem verständlich sprechen können, auch wenn wir ein Bonbon im Mund haben. Das ist viel komplizierter, als wir wahrscheinlich annehmen würden.