Alles nur Täuschung?! Wie uns das Gehirn austrickst!

Täuschung
Illustration: Romana Semadeni

Das Gehirn ist etwas Faszinierendes. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen, zu interpretieren und mit ihr zu interagieren. Dabei arbeitet unser Gehirn im Verborgenen und wir bekommen nicht immer mit, was das Gehirn mit der Information anstellt, die wir über unsere Sinnesorgane, Auge, Ohr, Haut wahrnehmen.    

Besonders deutlich wird das bei Täuschungen unserer Wahrnehmung. Sie sind faszinierende Beispiele für die Anpassung unserer Wahrnehmung an die Umgebung. Das menschliche Gehirn nimmt nicht einfach ungefiltert alles wahr, was auf der Oberfläche der Sinnesorgane eintrifft. Ganz im Gegenteil, es wählt aus und tut dies oft auf Basis von Vorwissen und generellen Annahmen wie zum Beispiel der Tatsache, dass Dinge, die weiter von uns entfernt sind, kleiner erscheinen als Dinge, die näher bei uns sind.    

In der Vorlesung werden wir uns anschauen, wie das Gehirn des Menschen sich vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenenalter entwickelt und wie sich damit die Wahrnehmung verändert (oder auch nicht). Die Entwicklung der Wahrnehmung werden wir insbesondere anhand verschiedener optischer Täuschungen diskutieren. 

Moritz Daum: Mehr über mich...

Geboren wurde ich 1973 in Baden im Kanton Aargau. Nach Schulbesuchen in Brugg und Aarau habe ich dann in Zürich studiert. Zunächst habe ich mich für die Biologie interessiert, dann aber bald gemerkt, dass mich am allermeisten das Denken, Wahrnehmen und Tun des Menschen interessiert und vor allem, wie sich das entwickelt. Deswegen habe ich dann an der Universität Zürich Psychologie studiert und dort auch meine Doktorarbeit geschrieben. Nach der Doktorarbeit habe ich zwei Jahre in München und sechs Jahre in Leipzig am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gearbeitet, um die Entwicklung des Denkens von ganz kleinen Kindern zu untersuchen. Seit Sommer 2012 bin ich wieder zurück an der Universität Zürich.  

In meiner Forschung beschäftige ich mich gemeinsam mit meinem Forschungsteam, den «kleinen Weltentdeckern», mit der Entwicklung von Kindern. Kinder lernen jeden Tag Neues und versetzen uns Erwachsene immer wieder in Erstaunen. Genau dieses Staunen über die kindliche Entwicklung haben wir uns zum Beruf gemacht. Der Schwerpunkt unserer Forschung ist die sozial-kognitive Entwicklung im frühen Kindesalter. Wir untersuchen, wie Kinder die soziale Umwelt verstehen, wie sie lernen zu verstehen, was andere Menschen denken, sagen und tun und was zum Beispiel im Gehirn passiert, wenn wir mehr als nur eine Sprache sprechen.  

Wann und wo?

Mittwoch, 2. November 2022, 15.00 Uhr.

Die Vorlesung findet am Campus Irchel (Y24-G-45) statt.