Warum gibt es Krieg?

Im Februar 2022 ist Russland in die Ukraine einmarschiert und hat dort einen grossen Krieg begonnen. Auch in anderen Ländern wie in Syrien, in Mali oder im Yemen gibt es aktuell Krieg. Und in der Vergangenheit wurden auch in Westeuropa – auch in der Schweiz – viele Kriege geführt. Warum gibt es Krieg? Warum können sich Staaten oder verfeindete Gruppen nicht friedlich einigen, wenn sie sich streiten, anstatt zu den Waffen zu greifen? Warum muss es erst Tod und Zerstörung geben, bevor sie wieder Frieden schliessen?  

In dieser Vorlesung zeige ich euch ein paar von den Antworten, welche die Forschung auf diese Fragen gibt. Ihr werdet sehen, dass es verschiedene Gründe gibt, warum Kriege geführt werden. Wenn wir die Gründe besser verstehen, hilft das uns auch zu überlegen, wie man einen Krieg vielleicht beenden könnte – auch wenn das oft viel schwieriger ist, als wir uns das wünschen.  

Ein paar dieser Erklärungen für Krieg und wie man Kriege vermeiden und beenden kann, kann man übrigens auch auf andere Situationen anwenden. Ihr wisst selbst, dass auch Kinder miteinander in Konflikt geraten können. Wenn zum Beispiel jemand etwas hat, das man selbst haben will, oder wenn jemand etwas macht, das man nicht möchte, ist es nicht immer einfach, eine Lösung zu finden. Manchmal enden solche Konflikte auch nicht in einem Kompromiss, sondern in einem wüsten Streit. Manche der Mechanismen, die wir in dieser Vorlesung anschauen, zeigen sich auch in solchen Konflikten. Mal schauen, ob ihr solche Beispiele findet!  

Wann und wo?

Mittwoch, 16. November 2022, 15.00 Uhr.

Die Vorlesung findet am Campus Irchel (Y24-G-45) statt. 

Stefanie Walter: Mehr über mich ...

Als ich ein Kind war, musste ich immer schon früh ins Bett gehen. Irgendwann habe ich daher angefangen, regelmässig mit meinen Eltern am Abend die Nachrichten zu gucken, weil ich so ein bisschen länger aufbleiben durfte. Je länger je mehr hat mich richtig interessiert, was es da zu sehen gab, und so ist mein Interesse an der Politik gewachsen.  

Später habe ich dann Politikwissenschaft und Ökonomie studiert und habe dabei gelernt, wie man Politik analysieren kann. Während dem Studium habe ich auch in ganz verschiedenen Ländern gelebt: in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Kanada, den USA und Ecuador. Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Politik in diesen Staaten ist, aber wie manche Sachen auch in allen Staaten ähnlich funktionieren.  

Heute bin ich Professorin für Internationale Beziehungen und forsche darüber, wann, wie und warum Staaten miteinander kooperieren, warum das nicht immer klappt und was passiert, wenn sie miteinander in Konflikt geraten. Ich habe mich auch viel mit Wirtschaftskrisen und der Globalisierung beschäftigt und untersucht, wie die Politik, Interessengruppen und normale Bürgerinnen und Bürger mit solchen Krisen und Entwicklungen umgehen.