Das Klima wandelt sich … und wir?

Dozierende: Prof. Dr. Renate Schubert und Dr. Erich Fischer, ETH Zürich, Umweltwissenschaften

Weniger als ein Tausendstel unserer Luft besteht aus einem Gas, das Kohlendioxid oder CO2 heisst. Mehr CO2 bedeutet, dass sich die Erde erwärmt. Die Erde hat sich in den letzten gut 100 Jahren um ein knappes Grad erwärmt. Das ist doch kaum messbar, kaum spürbar! Und trotzdem reden alle über den Klimawandel... Warum? Habt Ihr euch auch schon gefragt wie es sein kann, dass wegen der weltweiten Erwärmung riesige Gletscher schmelzen, der Wasserspiegel ganzer Ozeane ansteigt und heftige Gewitter häufiger werden? In dieser Vorlesung wollen wir zusammen herausfinden, warum das so ist, und wir wollen auch in die Zukunft schauen. Wird es zum Beispiel in 50 Jahren in der Schweiz noch genügend Schnee zum Skifahren haben? Was wären die Voraussetzungen hierfür?

Wir werden auch fragen, welche Rolle das Verhalten von uns Menschen in diesem Zusammenhang spielt. Viele unserer Aktivitäten, z.B. auch das häufige Fliegen, tragen dazu bei, dass mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt und dort dann für die zunehmende weltweite Erwärmung mit verantwortlich ist. Warum unternehmen wir als Einzelne oder auch als Firmen nicht mehr, um unseren CO2-Ausstoss pro Jahr herunter zu fahren? Und wie ist das eigentlich mit der Politik? Wir haben zwar inzwischen internationale Vereinbarungen, die besagen, dass weltweit weniger CO2 ausgestossen werden soll. Doch das steht auf dem Papier. Politikerinnen und Politiker in den meisten Ländern unternehmen wenig, um das CO2 tatsächlich rasch herunterzufahren. Warum ist das so? Und wie kann es anders werden?

Renate Schubert: Mehr über mich ...

Zur Schule ging ich immer gern – fast alle Fächer machten mir Spass, Sprachen und Mathe ganz besonders. Was sollte ich damit nach der Matura nur anfangen? Zum Glück hatte ich eine grössere Schwester, die Volkswirtschaft studiert hatte – was sie davon erzählte, fand ich spannend, und so wagte ich es auch. Bis heute habe ich diesen Entschluss nicht bereut, denn ökonomische Themen sind wichtig und spannend.

Besonders spannend finde ich Themen, die an der Grenze zwischen Ökonomie und Psychologie liegen. Solche Themen schauen wir uns in meinem Team an der ETH Zürich an. Hier es geht zum Beispiel darum, zu erklären, warum manche Menschen vor allem Produkte einkaufen, die mit wenig Rohstoffen oder Energie hergestellt wurden, auch wenn diese Produkte etwas teurer sind, während anderen Menschen der Rohstoff- und Energieverbrauch eher egal ist.

Und dann interessiert mich auch, wie man Verbraucherinnen und Verbraucher dazu bringen kann, mehr klimafreundliche Produkte zu kaufen. Ein Weg wäre, die weniger klimafreundlichen Produkte teurer anzubieten. Daneben gibt es aber noch viele «Tricks», wie man auch ohne Preisveränderungen dafür sorgen kann, dass wir alle vermehrt Produkte kaufen, deren Herstellung mit wenig CO2-Emissionen verbunden ist. Diese Tricks sollten auch die Politiker kennen – es ist nämlich an ihnen, die Rahmenbedingungen so setzen, dass wir uns ohne allzu grossen Aufwand klimafreundlicher verhalten können.

Erich Fischer: Mehr über mich ...

Schon als Kind hat mich das Wetter fasziniert: bei Gewittern habe ich einen Eimer in den Garten gestellt, um zu messen wie viel es regnet, und nach jedem Blitz habe ich die Sekunden gezählt bis es donnert. Eifrig habe ich Kindersachbücher über Tornados, Stürme und Lawinen verschlungen.

Diese Faszination hat mich nie losgelassen und heute sind Wetterextreme Kern meiner Forschung an der ETH Zürich. Ich versuche herauszufinden wie Gewitter, Dürren und Hitzewellen entstehen, ob sie häufiger oder stärker werden, und wie wir sie besser vorhersagen können. Dazu verwende ich Daten von zehntausenden Messstationen und von Satelliten und rechne mit den schnellsten Computern, die es gibt.

Ich habe in Bern und Stockholm studiert, an der ETH Zürich meine Doktorarbeit geschrieben und danach in Colorado am Fusse der Rocky Mountains und in Südengland geforscht.

Heute bin ich Forscher und Dozent am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich und versuche junge Studierende für Wetter und Klima zu begeistern. Meine Freizeit nutze ich, um mit meinen beiden kleinen Kindern die Wunder der Natur zu entdecken.