Was passiert, wenn Gelenke schmerzen?

Dozentin: Prof. Dr. Brigitte von Rechenberg, UZH, Veterinärchirurgie

Unsere Gelenke, Bänder und Sehnen ermöglichen es dem Körper sich zu bewegen. Verletzungen der Gelenke, Bänder und Sehnen gehören beim Menschen zu den häufigsten Sport- und Alltagsverletzungen. Gelenkschmerzen und Sehnenschäden kommen aber auch bei Tieren vor, zum Beispiel bei Pferden. Ursache kann ein heftiger Sturz oder Ausrutschen sein. Auch bakterielle Infektionen können Gelenkschmerzen auslösen. Sehr oft wird ein Gelenkschaden jedoch durch eine falsche Reitweise verursacht, also durch mangelhaftes Warmreiten, durch Boxenhaltung und darauffolgendes Schwersttraining oder durch extreme Überanstrengung ohne Pausen. Schlimm, wenn der Gelenk- oder Sehnenschäden chronisch werden: Dann beginnt das Tier nach einer kurzen Zeit der vermeintlichen Besserung erneut zu lahmen.

Gelenkaufbau ist bei Menschen, Pferden und Schafen gleich

In der Vorlesung möchte ich euch zeigen, wie der tierische und menschliche Bewegungsapparat funktioniert. Gelenke und Sehnen machen uns beweglich. Die Knochen dagegen sind fest und steif, sie können sich nicht biegen. Die Gelenke am Ende des Knochens ermöglichen das Beugen zwischen zwei Knochen. Beispiele sind zum Beispiel das Kniegelenk, Finger, Gelenke, Ellenbogen-, Hüft- und  Schultergelenke. Damit Menschen und Tiere sich ohne Schmerzen bewegen können, muss der Knorpel und der darunter liegende Knochen intakt sein.

Das Grundprinzip des Gelenkaufbaus ist bei allen Gelenken gleich, auch wenn sie in ihrer Form und Funktion verschieden sind. So gibt es Scharnier- (Ellenbogen) und Kugelgelenke (Hüfte), die sich vor allem in der Bewegungsfreiheit unterscheiden. In beiden Fällen werden die Gelenke durch Bänder zusammengehalten und stabilisiert. Jedes Gelenk wird von einer Gelenkkapsel umhüllt. Damit die Gelenke beweglich bleiben, und die Knorpel der beiden Knochenenden aufeinander gleiten können, benötigen Menschen und Tiere die Gelenkflüssigkeit, die von der inneren Membran der Gelenkkapsel gebildet wird.

Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, dann tut das Gelenk weh. Vor allem wird auch ganz langsam der Gelenkknorpel zerstört und kann nicht mehr geheilt werden. Eine mögliche Lösung ist sind Gelenkprothesen, die dann diese Funktion übernehmen.

In der Vorlesung werden wir besprechen, wie wir uns bewegen und was zu tun, ist wenn wir uns verletzen.

Brigitte von Rechenberg: Mehr über mich ...

Ich wurde 1953 in Chur geboren und wollte – seit ich mich erinnern kann – Tierärztin werden. Als Kantonsschülerin habe ich als Praktikantin bei Tierärzten gearbeitet und wusste deshalb schon vor dem Studium in Zürich aus eigener Erfahrung, wie der Beruf später sein würde. Nach dem Studium bin ich in die USA gegangen, um mich in Kleintiermedizin und Kleintierchirurgie ausbilden zu lassen.

In den USA, an der Universität in Pennsylvania, hat mich die Leidenschaft für Unfallchirurgie und Erkrankungen des Bewegungsapparates gepackt. Nach meinem Aufenthalt in Amerika ging ich nach Deutschland, wo ich 11 Jahre in einer Kleintierklinik als Chirurgin tätig war. 1991 kam ich zurück an die Universität Zürich, wo ich eine eigene Forschungsabteilung aufbaute. Meine Forschung befasst sich vor allem mit Erkrankungen des Knorpels und der Knochen. Privat gehören Tiere zu meinem Leben, ich habe zwei Labrador-Hündinnen und acht Araberpferde.