Jeder Mensch kann etwas – finde es heraus!

Die Welt ist heute modern und vernetzt. Menschen aus allen Ländern der Erde kommen in die Schweiz: als Reisende auf Zeit, als Forschende vielleicht, als Flüchtlinge oder Migranten und Migrantinnen. Auch Schweizer reisen in alle Regionen der Welt. Alle führen auf ihren Reisen dabei ihre besonderen Fähigkeiten mit – aber: werden diese Fähigkeiten in der Fremde eigentlich leicht verstanden?

Jeder Mensch wird von klein auf in eine Kultur eingeführt und weiss, wie man sich darin benimmt: Jeder Mensch kann etwas. Jeder Reisende trägt diese Fähigkeiten mit sich. Nicht alle sind mit Tisch und Stuhl gross geworden, nicht alle sprechen die gleiche Sprache, nicht alle sind es gewohnt, Brot zu essen. Aber alle wissen wie gutes Essen schmeckt. Alle beherrschen ihre Sprache. Alle haben eine Vorstellung davon, wie ihr Alltag am besten gestaltet werden sollte, wie man richtig sitzt, wie man kocht, Gäste bewirtet oder Freundschaften pflegt. Welch ein Reichtum!

Die Vorlesung führt in die Ethnologie – früher hiess diese Völkerkunde – von Fertigkeiten im Alltag ein. Indem wir einander erkunden, erfahren wir, was uns verbindet, was uns unterscheidet. Vielfalt hat auch ihren Preis: Es gibt Gewohnheiten, die scheinen nicht zueinander zu passen. Woher kommt das, und welche Brücken lassen sich bauen, um einander im Alltag besser kennenzulernen? Denn: Jeder Mensch kann etwas! So findet ihr es heraus.

Mareile Flitsch: Mehr über mich ...

Ich bin Professorin für Ethnologie und Direktorin des Völkerkundemuseums an der Universität Zürich. Ich habe Ethnologie und Sinologie (Chinawissenschaften) studiert. An der Universität Zürich forsche ich zusammen mit WissenschaftlerInnen und Doktorierenden am Völkerkundemuseum in den Forschungsfeldern Museologie, China-Ethnologie, Alltagstechniken und praktisches Wissens und auch Erzählforschung.

Am Völkerkundemuseum zeigen wir – der Eintritt ist übrigens kostenlos – Ausstellungen, die die Forschung am Museum der Öffentlichkeit vorstellen. Hier findet ihr einige Ausstellungen, die man virtuell begehen kann, im erweiterten Ausstellungsraum. Warum machen wir das? Wir möchten die Ausstellungen weiter sichtbar halten, wie teilen sie damit aber auch mit den Menschen, die darin zu Wort kommen.