Ich sehe was, was Du nicht siehst – Wie funktionieren optische Täuschungen?

Dozent: Prof. Dr. Frank Scharnowski

Zunächst scheint alles ganz normal. Der Zauberer wedelt mit dem roten Tuch und stopft es in seine Faust. Aber dann! Als er die Faust öffnet ist das Tuch weg – einfach weg. Er zeigt uns seine Hände, aber es ist nichts zu sehen. Er trägt auch kein langärmliges Hemd, in dem er das Tuch verstecken könnte. Wie hat er das gemacht? Das Tuch kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben, oder?

Um die Antwort auf diese Fragen zu finden, werden wir uns ansehen, wie unsere Wahrnehmung funktioniert. Dazu wandern wir vom Auge bis tief hinein ins Gehirn. Wir werden Sinnestäuschungen erleben und klären, wie sie funktionieren.

Und wenn der Zauberer das nächste Mal ein Tuch verschwinden lässt, dann habt ihr den Trick längst durchschaut. Übrigens könnt ihr nach der Vorlesung euren Eltern auch erklären, warum ihr sie einfach nicht hört, wenn sie zu euch sagen «Räum doch bitte dein Zimmer auf.». Das nennt man selektive Aufmerksamkeit und hat etwas mit eurem Gehirn zu tun …

Frank Scharnowski: Mehr über mich ...

Ich wollte schon immer Naturforscher werden, und es hat mir grossen Spass gemacht Menschen und Tiere zu beobachten um deren Verhalten zu verstehen. Nach der Schule war ich fasziniert von der Idee, dass man auch Roboter und Computer schlau machen kann, und ich habe künstliche Intelligenz studiert. Allerdings war schnell klar, dass das menschliche Gehirn oft viel besser ist, als die künstliche Intelligenz.

Deshalb wollte ich mehr über das Gehirn wissen, und bin überall dorthin gefahren, wo ich viel über das Gehirn lernen konnte. In Grossbritannien, Deutschland, den USA und in der Westschweiz habe ich gelernt, wie man das Gehirn und dessen Funktionen untersucht. Mit diesem Wissen entwickle ich nun an der Universität Zürich Schnittstellen zwischen dem Gehirn und dem Computer, und erforsche wie man damit Patienten helfen kann.